Tilleda war bis zur Jahrhundertwende ein bedeutendes Zentrum der Mühlsteinproduktion, dessen Spuren bis in die Gegenwart reichen. Der in den Steinbrüchen des Kyffhäusergebirges anstehende Arkosesandstein eignete sich vorzüglich zur Herstellung von Mühlsteinen und wurde von hier nach ganz Deutschland exportiert. Mit der Erfindung des Kunstsandsteins ging die Produktion zurück und der Obstbau trat als Erwerbsquelle inden Vordergrund. Im Ort Tilleda sind aber noch viele Zeugnisse des hohen handwerklichen Könnens der Steinmetze zu sehen. Die damals nicht marktfähigen Mühlsteine wurden in Scheunenfundamenten und Kellergewölben verbaut.
Die Königspfalz Tilleda, im Schutze der Burg Kyffhausen, hatte im 12. Jahrhundert ihre Blütezeit. In dieser Zeit wurden zur Entwässerung des Helme-Riedes Flamen ins Land geholt. Sie brachten die Kunde vom Obstveredeln mit. Es ist also anzunehmen, daß man in der Goldenen Aue auf rund 800 Jahre Obstbau zurückblicken kann. Bis heute ist der Obstbau prägend für das Landschaftsbild von Kyffhäuser, Goldene Aue und Südharzrand und verbindet symbolisch die unzähligen Sehenswürdigkeiten der Region. Besonders während der Blütezeit sind die Obstberge eine Attraktion ersten Ranges, die bisher aber nur sehr zaghaft touristisch genutzt wird.

Allein das Gebiet um Tilleda ist mit über 50.000 Hochstammobstbäumen auf etwa 450 ha eines der größten geschlossen Streuobstanbaugebiete Mitteldeutschlands. Aus diesem Grund wurde gemeinsam vom Landschafts- und Streuobstpflegeverein (LSPV) und dem LänderÜbergreifenden Projekt Streuobst (LÜP) ein Projekt "Auf den Spuren der Mühlsteine" erarbeitet und 1996/97 realisiert.

Das Projekt " Auf den Spuren der Mühlsteine" umfaßt einen thematischen Rundwanderweg in den ausgedehnten Streuobstwiesen um die Königspfalz von etwa 2 Stunden, der den Weg des Gesteins vom Steinbruch bis zur Verwendung als Baustoff aufzeigt. Gleichzeitig informiert ein integrierter Sorten - und Naturlehrpfad über die ökologische Wertigkeit des Streuobstes. Beispielhaft wird in der Maßnahme die Möglichkeit des Zusammenwirkens von Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft aufgezeigt. 

Besucher, die bisher nur kurz die Königspfalz besichtigt haben und dann die Gegend verließen, werden in die herrliche Landschaft am Fuße des Kyffhäusers geführt und bekommen so ein abwechslungsreiches Bild von der Region. Das Angebot von Führungen durch den LSPV im Streuobst wird in Verbindung mit Besuch der Königspfalz und Verkostung eigener Säfte auf einigen Punkten des Rundweges von Touristengruppen und Schulklassen gern angenommen.

Kontakt:

LÜP Streuobst
Schulstraße 4, D- 06537 Tilleda

Tel. - Fax + 49 - 34651 - 70039

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